Mit dem Jahr 2020 erleben wir ein ganz besonderes Jubiläum: 30 Jahre Aidshilfe Halle. Das muss nicht nur gebührend gefeiert werden, es stellt sich für uns auch die Frage, wie wir heute mit Sexualität und sexueller Gesundheit umgehen. 

Fachtag zum 30-jährigen Bestehen der Halleschen Aidshilfe

30.10.2020: Ein besonderer Fachtag

Der Fachtag soll die Möglichkeit geben, bei verschiedenen Workshops und Vorträgen miteinander ins Gespräch zu kommen. Unsere charmanten Moderator_innen Klemens Ketelhut und Kuku Schrapnell begleiten durch einen abwechslungsreichen und interdisziplinären Tag. 

Willkommen sind nicht nur Expert_innen, sondern auch alle Interessierten. 

Wir freuen uns auf einen interessanten Tag!

Veranstaltungsort:
Franckesche Stiftungen Halle
Franckeplatz 1
Haus 1, Freylinghausensaal
06110 Halle (Saale)

Fachtag-Anmeldung

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Fachtag-Anmeldung

Die Anmeldung ist kostenlos, dennoch würden wir uns über Spenden freuen.

Die Anmeldung ist verbindlich. Es gibt nur Platz für 75 Personen, danach stehen Sie auf einer Warteliste und rücken nach, falls Teilnehmer absagen sollten. Sie werden dann kurzfristig informiert.

Das Stattfinden des Fachtages ist von den Umständen der Corona-Krise abhängig.

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Programmablauf

09:30 Uhr - 10:15 Uhr: Begrüßung und Grußworte:

  • Begrüßung durch den Vorstand der Halleschen Aidshilfe
  • Grußworte von Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt
  • Grußworte von Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale)
  • Grußworte von Sylvia Urban, Vorstand der Deutschen Aidshilfe e.V. (angefragt)
  • Grußworte von Sven Warminsky, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt e.V.

10:15 Uhr - 10:30 Uhr: Pause 

10:30 Uhr – 11:15 Uhr : Vortrag von Martin Thiele 

11:15 Uhr  – 12:00 Uhr : Vortrag von Franziska Hartung 

12:00 Uhr – 13:00 Uhr : Mittagspause

13:00 Uhr  – 15:00 Uhr: Workshop-Phase:

  • Safer Sex 3.0, Werner Bock
  • Chem-Sex, Florian Winkler-Ohm
  • Antidiskriminierungsarbeit, Stefanie Krüger
  • HIV und Recht, Jacob Hösl
  • Rechte Gewalt an der queeren Szene, miteinander e.V.

15:00 Uhr – 15:30 Uhr: Kaffeepause

15:30 Uhr – 16:00 Uhr: Ergebnispräsentation der Workshops 

16:00 Uhr: Verabschiedung

Vorträge

  1. „Zum (Spannungs-)Verhältnis von Schwulenbewegung und Aidshilfe – Die AIDS-Krise als Katalysator von Institutionalisierung und Anerkennung
    Mit dem Aufkommen der Immunschwächekrankheit „AIDS“ bricht Mitte der 1980er Jahre eine existentielle Bedrohung in das schwule Leben, deren traumatisierende Auswirkungen eine reflexive Einholung der Ereignisse jahrzehntelang beeinträchtigte. Mit der Behandelbarkeit von HIV und der weitgehenden Normalisierung wird es jedoch möglich, die AIDS-Krise nicht mehr nur als traumatische Katastrophe für schwule Männer zu verstehen. So zeigt sich, dass die im Zuge der Epidemie entstandene Kooperation zwischen AIDS-Selbsthilfe und dem staatlichen Gesundheitswesen zu einer Institutionalisierung und damit einer größeren politischen Handlungsfähigkeit schwulenpolitischer Bestrebungen führte. Im Vortrag soll es folglich darum gehen, diese Entwicklungen und ihre Ambivalenten Folgen nachzuzeichnen.
    Martin Thiele (Diplom Erziehungswissenschaft) ist Geschäftsführer, Berater und Präventionist der AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd e.V.
  2. „HIV, Sexualität und Schuld– was ein Virus über unsere Sexualität verrät“
    HIV, als sexuell übertragbare Infektion, konfrontiert uns wie kein anderer Virus mit unseren persönlichen, aber auch den gesellschaftlichen (Moral-)Vorstellungen und Ängsten in Bezug auf Sexualität. So kam die Infektion zu Beginn der „Aidskrise“ nicht nur einem Todesurteil gleich, sondern wurde mit vielfältigen Bildern und Metaphern versehen, wie beispielsweise „Schuld“ und „Strafe“ für „abweichende“ Lebensstile und Sexualitäten. Doch wie ist es heute, in Zeiten erfolgreicher Therapiemöglichkeiten, in einer scheinbar offenen und toleranten Gesellschaft? Ist das alles kein Thema mehr?
    Franziska Hartung (M.A. Angewandte Sexualwissenschaft) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und forscht partizipativ zu HIV-bezogener Stigmatisierung und Diskriminierung im Forschungsprojekt „Positive Stimmen 2.0“. 

Workshops

  1. Safer Sex 3.0
    Safer Sex gilt gemeinhin als Synonym für Schutzmaßnahmen, die eine Ansteckung mit Infektionen verhindern. Ein Kompromiss zwischen Lust und dem Vermeiden von gesundheitlichen Risiken. Doch was Safer Sex genau meint, war und ist noch nie für alle das Gleiche gewesen. Mit Blick auf diese gelebte Vieldeutigkeit stellt der Begriff Safer Sex kommunikativ eine Herausforderung dar. Seit Sommer 2018 kommunizieren die deutschen Aidshilfen das Konzept Safer Sex 3.0. Kondombenutzung, Schutz durch Therapie und die PrEP werden dabei als gleichwertige Methoden des Schutzes vor HIV thematisiert, aus denen Menschen wählen können – je nach persönlichen Erfordernissen und der Situation. Der Workshop bietet Gelegenheit, die Safer Sex Methoden kennenzulernen und im Spannungsfeld von Lust und Schutz zu diskutieren.
    Werner Bock ist Mitarbeiter der Deutschen Aidshilfe im Bereich Medizin und Beratung. Als langjähriger und erfahrener Berater leitet er die bundesweite Telefon -und Onlineberatung der DAH.
  2. Chemsex: Drogenkonsum in der schwulen Sex- und Partyszene
    Chemsex ist ein Phänomen der zeitgenössischen schwulen Kultur. Dabei handelt es sich nicht nur um den Gebrauch von Alkohol oder Drogen beim Sex, sondern vielmehr um die Verstärkung von Intimität und sexueller Lust durch das entstehende Rauschgefühl. Wer sich entschieden hat, Drogen zu nehmen, kann einiges dafür tun, um die Risiken so gering wie möglich zu halten. Was zu beachten ist, soll im Workshop erarbeitet werden. Welche Substanzen nutzt die Community? Welche Strategien sind überhaupt möglich, um Risiken gering zu halten? Und welche Auswirkungen hat Konsum auf Safer Sex-Strategien? Im Workshop werden die die Teilnehmenden mit in die berauschte Nachtwelt mitgenommen - von MDMA bis Crystal Meth.
    Florian Winkler-Ohm ist das Rollenmodell für Sex- und Partydrogen der Deutschen Aidshilfe und ehrenamtlich bei der ICH WEISS WAS ICH TU-Kampagne für schwule Prävention tätig. Als Referent klärt er seit vielen Jahren bundesweit im Bereich Substanzkonsum und Chemsex auf. Er ist Geschäftsführer des größten und ältesten queeren Clubs in Deutschland – dem SchwuZ.
  3. Melek steht auf Sarah und Ben heißt jetzt Marie – Sexuelle Orientierungen und Geschlechtlichkeiten als pädagogisches Thema
    Im Workshop soll besprochen werden, wie Herausforderungen im Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtlichkeiten im pädagogischen Alltag begegnet werden kann. Ist bei uns ein Coming-out angstfrei möglich? Kann ich bei Transkindern einfach den neuen Namen auf ein Zeugnis schreiben? Wie sieht es mit Toiletten und Umkleiden aus? Der Workshop bietet Raum für diese und weitere Fragen.
    Stefanie Krüger hat Diplomerziehungswissenschaften in Halle studiert, arbeitet seit 2013 im RosaLinde Leipzig e.V. und ist dort für die Bildungsarbeit mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und Regenbogen-AGs zuständig.
  4. „Gegen HIV gibt’s Medikamente, gegen Diskriminierung nicht“ – Juristische Aspekte von HIV-bedingter Diskriminierung 
    Heute spielt die Infektion für Menschen mit HIV aus medizinischer Sicht weder privat noch beruflich keine bedeutende Rolle mehr. Was geblieben ist, ist soziales Vermeidungsverhalten und Diskriminierung. Lange war es schwer für Menschen mit HIV, sich gegen ungerechtfertigte Benachteiligungen zur Wehr zu setzen. 2013 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass HIV unter den Schutz des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) fällt. Dies hat erstmals tragfähige rechtliche Instrumentarien geschaffen, mit denen sich Menschen mit HIV gegen Diskriminierung wehren können. In dem Workshop soll die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts und die Hintergründe dargestellt werden. Über den reinen damals entschiedenen Fall hinaus soll die Bedeutung der Entscheidung und deren Tragweite für Menschen mit HIV erläutert werden.
    Jacob Hösl arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt. Er widmet sich rechtlichen Themen, die im Zusammenhang mit HIV stehen, und hat zahlreiche Menschen mit HIV in schwierigen Lebenslagen anwaltlich vertreten. Hinzu kommen zahlreiche Vorträge sowie Veröffentlichungen zu diesem Themenspektrum.
  5. „Die natürliche Ordnung wiederherstellen“ – Extrem rechte Angriffe auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Selbstbestimmung
    Auf welche Weise gezielt provokant und häufig beleidigend Menschen- und Frauenrechte, LGBTIQ-Organisationen, moderne Vielfalts- und Sexualpädagogik sowie HIV-Präventionskampagnen diffamiert und diskreditiert werden, soll in diesem Workshop thematisiert werden. Er gibt kurze Einblicke zu diesen zugrundeliegenden Ideologien und Akteursgruppen. Gemeinsam soll anhand von Fallbeispielen, welche gerne auch von Teilnehmer_innen eingebracht werden können, Handlungsoptionen im Umgang mit solchen Angriffen erarbeitet werden.
    Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Sie arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen.

Gefördert durch:

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Unterstützt durch:

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